AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 36/2003

Gericht lag detaillierter Bericht über Folterung von Kaplan-Anhängern vor


Dem Kölner Verwaltungsgericht, das vergangene Woche die Abschiebung Metin Kaplans in die Türkei ablehnte, lagen detaillierte Unterlagen über die Folterung seiner Anhänger vor. Nachdem türkische Polizisten 1998 Gefolgsleute des so genannten Kalifen von Köln festgenommen hatten, wurden die Gefangenen tagelang keinem Haftrichter vorgeführt und heftig traktiert. "Hauptsächlich grobe Schläge, 'Aufhängen' an den Schultern, Behandlung mit kaltem/heißem oder unter Druck stehendem Wasser, Misshandlung der Hoden durch Quetschung oder Stromstöße" hätten die Kaplan-Anhänger den Unterlagen zufolge erleiden müssen. Ihnen war vorgeworfen worden, eine Terrorattacke mit einem gekaperten Flugzeug auf das Atatürk-Mausoleum inAnkara zu planen.

Die Folterberichte sind offenbar der Grund, warum die Kölner Richter die Abschiebung Kaplans ablehnten.Sie befürchten, Kaplan könnte in seinem Heimatland Türkei mit Hilfe der damals erpressten Geständnisse der Prozess gemacht werden.



© DER SPIEGEL 36/2003
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