Schwere Mängel beimEurofighter / Vernichtender Rechnungshof-Bericht

In einem Bericht zu den von der Bundeswehr bestellten 180 Eurofightern, dem mit 19,5 Milliarden Euro bislang kostspieligsten deutschen Rüstungsprojekt, rügt der Bundesrechnungshof (BRH) eine ganze Reihe von Mängeln. Die Prüfer beziehen sich dabei auf Einschränkungen, wie sie aus der Musterzulassung des Verteidigungsministeriums hervorgehen. Statt der geplanten gut 2500 Stundenkilometer können die Jets, deren erste Exemplare derzeit ausgeliefert werden, lediglich 2000 Stundenkilometer schnell fliegen. Im Überschallflug dürfen sie nur auf 12000 Meter Höhe klettern und nicht, wie von der Luftwaffe verlangt, auf 18000 Meter. Bei bestimmten Geschwindigkeiten gibt es sogar gefährliche "Systemfehler in der Höhenanzeige". Herrschen in Bodennähe Dunst und Temperaturen unter fünf Grad, dürfen die Kampfmaschinen gar nicht erst abheben. Auch bei Waffen und Schutzgeräten hapert es: "Das Schießen mit der Bordkanone ist verboten", die derzeit als Bewaffnung vorgesehenen Lenkflugkörper sind "nicht freigegeben". Laut BRH-Report wurden zudem "wesentliche Systeme", die vor gegnerischen Radarstrahlen oder Abwehrraketen warnen oder diese täuschen, entweder "nicht eingebaut" oder sind "nicht funktionsfähig". Untersagt ist das "Mitführen von Zusatztanks".Es ist aber auch nicht erlaubt, die Jets in der Luft mit Treibstoff zu versorgen, um ihre Einsatzdauer zu verlängern. Den Eurofightern ist zudem verboten, weit aufs Meer hinauszujagen oder in entlegenen Gegenden zu üben. "Derzeit darf der Flugbetrieb nur erfolgen", moniert der Rechnungshof, "wenn innerhalb von 20 Minuten ein Flugplatz erreicht werden kann."