AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 39/2003

Steuerflucht Müller-Milch-Chef zieht in die Schweiz

Theo Müller, Chef des Molkerei-Imperiums Müller-Milch aus Aretsried bei Augsburg, hat erstmals seine Pläne konkretisiert, wegen drohender Erbschaftsteuern in Höhe von angeblich rund 200 Millionen Euro in die Schweiz zu ziehen. "Mitte November kommen die Möbelpacker", kündigte er im SPIEGEL an.


Dann ziehe er gemeinsam mit seinen Kindern in ein neues Domizil in der Nähe von Zürich. Er wolle mit der Flucht "in erster Linie" sein Unternehmen erhalten, aber "auch den enormen Kollateralschaden thematisieren, den dieser Steuer-Irrsinn mit sich bringt". Eine 30-prozentige Erbschaftsteuer sei "nicht mehr hinnehmbar", sagte Müller dem SPIEGEL. Sie bringe dem Bund allenfalls drei Milliarden Euro jährlich, dafür werde aber ein Vielfaches an Kapital einfach abwandern. "Ich werde enteignet, beraubt, nennen Sie es, wie Sie wollen." Er sei zwar "durchaus Patriot" und werde sofort zurückkehren, wenn die Erbschaftsteuer in Deutschland falle, "aber so, wie es jetzt läuft, läuft es falsch".

Gleichzeitig verteidigte Müller zwar die Subventionen, die seine Unternehmensgruppe etwa für den Aufbau eines Milchwerks in Leppersdorf bei Dresden erhält, stellte die staatlichen Hilfen aber generell in Frage: "Ehrlich gesagt: Auf Dauer kann das hiesige Subventionssystem nicht funktionieren. Das sage ich, auch wenn ich bis jetzt selbst davon profitiere."



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