AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 44/2003

11. September Bin Laden suchte Hamburger Todespiloten persönlich aus

Die Planer des Terroranschlags vom 11. September legten Geständnisse ab. Demnach waren die Flugzeugattentate schon Jahre vorher angedacht worden. Ausgesucht wurden die Piloten von Qaida-Chef Bin Laden persönlich, den konkreten Auftrag erhielten sie im Februar 2001.


Osama Bin Laden: "Warum gebrauchst Du eine Axt, wenn Du einen Bulldozer einsetzen kannst?"
AP

Osama Bin Laden: "Warum gebrauchst Du eine Axt, wenn Du einen Bulldozer einsetzen kannst?"

Die beiden Planer der Anschläge des 11. September haben gegenüber US-Vernehmern weitgehende Geständnisse abgelegt. Mit Hilfe der Aussagen von Chalid Scheich Mohammed und seiner rechten Hand, dem früheren Hamburger Studenten Ramzi Binalshibh, lässt sich nach Überzeugung amerikanischer und deutscher Sicherheitsexperten die Vorgeschichte des Plots detailliert rekonstruieren.

Bereits seit 1996 ist danach überlegt worden, mit Flugzeugen US-Ziele anzugreifen. Den ursprünglichen Plan Mohammeds, mit Sprengstoff beladene Kleinflugzeuge zu verwenden, hat Bin Laden danach mit dem Satz "Warum gebrauchst Du eine Axt, wenn Du einen Bulldozer einsetzen kannst?" abgeändert. Das war nach Überzeugung von Sicherheitsexperten das Startsignal für die Idee, Passagierflugzeuge zu entführen. Die drei aus Hamburg angereisten Piloten hat Bin Laden um die Jahreswende 1999/2000 in Afghanistan persönlich ausgesucht, nachdem sie ihm die Treue geschworen hatten. Ihnen wurde eröffnet, sie seien für eine "sehr geheime Mission" ausgesucht worden und sollten sich um eine Pilotenlizenz bemühen.

Im Februar 2001 erhielt der Koordinator der Anschläge, Binalshibh, von Bin Laden die Ziele genannt. Neben den bekannten Zielen sollte danach auch das Kapitol, Sitz des US-Parlaments getroffen werden. Für die interne Kommunikation hatten sich der Todespilot Mohammed Atta und Binalshibh auf das Codewort "Porsche 911" geeinigt.



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