AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 50/2003

Zivilverwaltung der Bundeswehr durchkreuzt Strucks Abbaupläne


Widerstände aus der zivilen Wehrverwaltung bedrohen die Reformpläne von Verteidigungsminister Peter Struck. Der Sozialdemokrat will die Bundeswehr bis zum Jahr 2010 auf 250000 Soldaten und 75000 Zivilbedienstete verkleinern. Während die Militärs rund 33000 Posten einsparen wollen, indem sie weniger Rekruten einziehen, machen die Zivilisten dem Ressortchef Schwierigkeiten. Sie pochen auf einen Tarifvertrag, der bis 2011 gilt, und auf eine Zusage Strucks, es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die Zahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter - derzeit knapp 128000 - könne deshalb bis 2010 allenfalls auf 96000 gesenkt werden. Aus dem Plus von 22000 Zivilisten gegenüber Strucks Plan ergäben sich jährlich Mehrkosten von schätzungsweise einer Milliarde Euro. Verärgert ermahnte der Minister vorige Woche seine Spitzenbeamten, die Vorgaben einzuhalten. Tatsächlich benötigt er jeden Cent: Zwischen den Beschaffungswünschen der Militärs und den voraussichtlich verfügbaren Mitteln klafft bis zum Jahr 2016 eine Lücke von gut 15 Milliarden Euro. Davon betroffen sind Projekte wie der Eurofighter oder der Transportflieger vom Typ Airbus A400M.



© DER SPIEGEL 50/2003
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