AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 3/2004

Werbe-Riese BBDO soll Sixt mit mehrjähriger Gratis-Arbeit geködert haben


Die größte deutsche Werbeagentur, BBDO aus Düsseldorf, soll mit unlauteren Tricks versucht haben, den Auto-Verleiher Sixt von seiner Haus-Agentur Jung von Matt wegzuködern. Erich Sixt habe ihm selbst von einem BBDO-Angebot erzählt, drei Jahre gratis für ihn zu arbeiten, sagte Jean-Remy von Matt dem SPIEGEL. "So was ist nicht hinnehmbar - erst recht nicht vom Branchen-Primus." Obendrein sei Sixt offeriert worden, dass BBDO sich an den Kosten beteiligen wolle, die entstehen, um Jung von Matt abzufinden. Was BBDO da treibe, "sprengt jeden Rahmen", so Holger Jung, Matts Kompagnon und zugleich Präsident des Branchen-Verbandes GWA. Derzeit lässt er seine Juristen den Fall prüfen und will ihn zudem vor den GWA-Ältestenrat bringen. "Das ist eine Sache der Hygiene", ansonsten "würden bald alle Dämme brechen".

Jung von Matt betreut seit seiner Gründung 1991 den Sixt-Etat und machte immer wieder mit frechenWerbesprüchen von sich reden. BBDO brauche ein "kreatives Aushängeschild", mutmaßt Jung. "Aber muss man deshalb gleich für lau arbeiten?" Der designierte BBDO-Chef Hubertus von Lobenstein wies die Vorwürfe gegenüber dem SPIEGEL zurück: "Wir waren daran interessiert, den Etat zu bekommen. Das wurde abschlägig beschieden." Alles andere sei "Quatsch", sagte auch Olaf Göttgens, Chef der BBDO-Consulting-Abteilung.



© DER SPIEGEL 3/2004
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