AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 13/2004

DGB-Chef Michael Sommer droht Müntefering


DGB-Chef Michael Sommer kündigt massiven Widerstand gegen die bereits beschlossenen neuen Zumutbarkeitsregelungen für Langzeitarbeitslose an. In einem SPIEGEL-Gespräch drohte der Gewerkschaftschef dem neuen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering, man werde "kampagnenmäßig den Druck erhöhen", sollte die Bundesregierung an ihren Beschlüssen festhalten: "Gesetze kann man auch wieder korrigieren, und dieses muss korrigiert werden. Ich habe die Interessen von Millionen arbeitenden Menschen zu vertreten, daran messe ich mich, und daran werden wir auch Müntefering messen." Die Regelung, die am 1. Januar 2005 in Kraft treten soll, führe in der Konsequenz zu einer "Massenverelendung der unteren Einkommensschichten", weil "selbst Leute, die bisher noch einen Job haben, in Zukunft schlechter bezahlt" würden. Sommer: "Ich will keine amerikanischen Verhältnisse." Den Überlegungen von Gewerkschaftern, links von der SPD eine neue Partei zu gründen, gibt Sommer wenig Chancen: "Ich glaube nicht, dass es ein Potenzial gibt, das eine dezidiert linkere Partei in die Höhen hebt, in die sie einige hineindiskutieren." Und: "Die Gewerkschaften werden einen solchen Versuch der Neugründung links von der SPD weder finanziell, organisatorisch noch personell unterstützen. Was aber Kollegen in ihrer Freizeit machen, ist ihre Sache."



© DER SPIEGEL 13/2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.