AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 13/2004

Springer-Verlag Millionenschweres Aktienoptionsprogramm für Vorstände

Der Axel-Springer-Verlag will für seine Führungsriege ein millionenschweres Aktienprogramm auflegen. Die Vorstände sollen die Papiere zum Schnäppchenpreis bekommen.


Springer-Chef Mathias Döpfner: "Langfristige Bindung der Mitglieder des Vorstands"
DDP

Springer-Chef Mathias Döpfner: "Langfristige Bindung der Mitglieder des Vorstands"

Hamburg - Die Hauptversammlung des Medienkonzerns am 14. April soll Springer-Chef Mathias Döpfner und seinen vier Vorstandskollegen die Genehmigung erteilen, "bis zu 62.300 Aktien der Gesellschaft (0,18 Prozent des Grundkapitals)" zu erwerben und zudem auf weitere 498.400 eine Option zu erhalten - jeweils zum Schnäppchenpreis von 54 Euro pro Papier.

Am vergangenen Freitag lag der Kurs der Springer-Aktie bei 87 Euro. Die von Döpfner & Co. zu erwerbenden Papiere sind fünf Jahre zu halten. "Das Mitglied des Vorstands trägt daher das volle Kursrisiko dieses nicht unerheblichen Investments von mindestens Euro 250.000", heißt es im Einladungsschreiben der Hauptversammlung. Zweck der "Unternehmensbeteiligung" mit "Risikocharakter" sei eine "langfristige Bindung der Mitglieder des Vorstands an die Gesellschaft".

Springer-Insider sehen in der Option dagegen eher eine Goodwill-Aktion des Neuaktionärs, der US-Investmentfirma Hellman & Friedman, die im vergangenen Jahr aus dem Aktienpaket des Medienpleitiers Leo Kirch 19,4 Prozent an Springer erwarb. So sollen die Vorstände des Verlags ihre Aktien vorzeitig veräußern dürfen, wenn die Amerikaner ihr Paket verkaufen. Kritiker fürchten daher, dass sich die "Geschäftspolitik des Hauses künftig an den Interessen eines Gesellschafters orientieren könnte". Im Geschäftsjahr 2003 verdienten die fünf Vorstände inklusive Tantiemen zusammen insgesamt 17,27 Millionen Euro.



© DER SPIEGEL 13/2004
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