AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 13/2004

Aus für weiteres Privatisierungsprojekt der Bundeswehr?


Ein Privatisierungsvorhaben der Streitkäfte droht an der geplanten Verkleinerung der Bundeswehr auf 250000 Soldaten zu scheitern. Nachdem Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) bereits Pläne für ein privates Management militärischer Liegenschaften gestoppt hatte, lässt er nun ein Projekt prüfen, mit dem drei große Reparaturwerke und etwa 30 kleinere Instandsetzungseinrichtungen des Heeres privatisiert werden sollen. Das Vorhaben mit dem Kürzel HIL stammt aus der Ära des Vorgängers Rudolf Scharping (SPD), er wollte damit bis 2010 mindestens 400 Millionen Euro sparen. Wegen des Truppenabbaus werden die Betriebe aber künftig weniger Panzer und schwere Fahrzeuge zu reparieren haben als einst gedacht. Fachleute im militärischen Führungsstab bezweifeln, dass sich dann noch nennenswert Geld sparen lässt. Die Rüstungskonzerne Rheinmetall, Krauss- Maffei Wegmann und Diehl beteuern jedoch, ihr HIL-Konsortium werde in jedem Fall günstiger arbeiten als die Bundeswehr. Sollte die von Struck angeordnete Prüfung ergeben, dass die Armee bei dem Deal tatsächlich nichts spart, will der Minister das Projekt beenden.



© DER SPIEGEL 13/2004
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