AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 13/2004

Rot-Grün will Betriebsrenten besser fördern


Die rot-grüne Koalition will Betriebsrenten steuerlich besser fördern. Ein entsprechendes Konzept soll diese Woche vom zuständigen Finanzausschuss des Bundestages abgesegnet werden. Danach können Arbeitnehmer künftig einen weit größeren Teil ihres Gehalts steuerfrei in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen als bislang geplant. Ursprünglich wollte Finanzminister Hans Eichel den geförderten Gehaltsanteil auf vier Prozent des Bruttolohns begrenzen. Gänzlich entfallen sollte die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 2148 Euro im Jahr in eine steuerbegünstigte betriebliche Direktversicherung einzuzahlen. Nun wollen SPD und Grüne den steuerfreien Vorsorgebetrag auf bis zu acht Prozent des Bruttolohns ausweiten. Auf dieses Geld greift das Finanzamt nach dem Konzept erst dann zu, wenn die Betriebsrente im Alter ausgezahlt wird. Das Verfahren würde Eichel allein im nächsten Jahr Steuerausfälle von rund 100 Millionen Euro bescheren. Zugeständnisse will die Koalition auch bei der Förderung privater Lebensversicherungen machen. Hatte Eichel ursprünglich geplant, das so genannte Steuerprivileg von Lebensversicherungen ab 2005 abzuschaffen, soll es nun in abgeschwächter Form erhalten bleiben. Die Union, die mit ihrer Mehrheit im Bundesrat zustimmen muss, hatte in den vergangenen Wochen eine bessere Förderung von Betriebsrenten und Lebensversicherungen gefordert.



© DER SPIEGEL 13/2004
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