AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 24/2004

Briten wollen keinen Ex-Regierungschef an EU-Spitze


Die britische Regierung bemüht sich offenbar weiter, das Bewerberfeld für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten offen zu halten und so die Nominierung des belgischen Ministerpräsidenten Guy Verhofstadt zu verhindern. Während Verhofstadt in Berlin als Favorit gilt, plädierte der britische Europaminister Denis MacShane im SPIEGEL für Alternativen. "Ein starker Kommissar oder ein starker Minister wären wohl die beste Wahl", sagte MacShane. Die "bislang besten Kommissionspräsidenten" wie Jacques Delors oder Walter Hallstein seien vorher nicht Regierungschefs gewesen. Der Kommissionspräsident müsse sich "als Diener und nicht als Kaiser Europas verstehen". Indirekt meldete MacShane auch Zweifel an der politischen Eignung Verhofstadts an. "Ein Kommissionspräsident darf nicht als antiamerikanisch gelten", sagte er, ohne jedoch Verhofstadt beim Namen zu nennen. Die belgische Regierung gehörte zu den vehementesten Kritikern der amerikanischen Irak-Politik;Verhofstadt hatte voriges Jahr zu dem so genannten Pralinengipfel nach Brüssel eingeladen, um eine von den USA unabhängige Verteidigungspolitik zu forcieren.



© DER SPIEGEL 24/2004
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