AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 30/2004

Nach Kanzler-Treffen 500 Millionen Euro Rabatt für Pharmaindustrie

Die Pharmaindustrie soll offenbar durch die Gesundheitsreform deutlich weniger belastet werden als bislang geplant. Dies geht aus Berechnungen der gesetzlichen Krankenkassen hervor. Unterm Strich würden die Konzerne statt mit einer Milliarde demnach nur mit 500 Millionen Euro belastet.


Hamburg - Folge man den Forderungen der Industrie, heißt es in einem Brief der Kassen ans Gesundheitsministerium, "wird sich das vorgesehene Einsparpotenzial halbieren". Bei ihren Berechnungen beziehen sich die Kassen auf Vorschläge, die die Pharmabranche nach einem Treffen mit Kanzler Gerhard Schröder (SPD) vor zwei Wochen unterbreitet hatte.

In dem Spitzengespräch hatte sie bewirkt, dass die bereits beschlossene Preisregulierung von Arzneimitteln noch einmal abgeändert wird. Vorgeblich innovative Präparate sollen nun mit geringeren Preisabschlägen belegt, die Preise von Nachahmerpräparaten hingegen stärker gesenkt werden.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)hatte bislang öffentlich verkündet, dass sich am gesamten Einsparvolumen von einer Milliarde Euro unterm Strich nichts ändern werde.



© DER SPIEGEL 30/2004
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