AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 2/2005

Privatbank bezahlt FDP-Bundestagsabgeordneten Funke


Die Grundsatzdiskussion um mögliche Interessenkonflikte von Parlamentariern, die neben ihren Diäten auch Zahlungen von Unternehmen erhalten, zieht weitere Kreise. Auf der Gehaltsliste der deutschen Hochfinanz findet sich nicht nur der Name von CDU-Präsidiumsmitglied Hildegard Müller, die von der Dresdner Bank für Projektarbeit monatlich rund 2000 Euro erhalten soll. Auch die Hamburger Privatbank M. M. Warburg überweist jeden Monat Geld an einen Bundestagsabgeordneten. "Über mein Gehalt wurde Stillschweigen vereinbart", sagt der Justitiar der FDP-Bundestagsfraktion Rainer Funke. Der Rechtsanwalt arbeitet als Geschäftsführer der Hamburgischen Immobilien Handlung (HIH), einer Tochter der Bank. Bei der HIH "nehme ich an Sitzungen der Geschäftsleitung teil und erledige juristische Fragestellungen sowie einzelne Geschäftsvorgänge", stellt Funke klar. Er sei kein Lobbyist, und er habe seine Tätigkeit dem Bundestagspräsidenten von Anfang an mitgeteilt. Immerhin: Der Bundestagsabgeordnete ist mit seiner 30-Prozent-Anstellung ein seltener Gast bei seinem Arbeitgeber. Für die operative Leitung der HIH braucht es zusätzliches Personal, "einen Fulltime-Geschäftsführer", gibt Funke zu.



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