AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 2/2005

Kurswechsel bei Mercedes-Benz


Der neue Mercedes-Benz-Chef Eckhard Cordes hat den ersten Kurswechsel bei der Marke eingeleitet. Er stoppte die geplante Gemeinschaftsentwicklung eines Sportwagens mit McLaren, nachdem er Kosten und Erträge des Modells (Codenamen P 8) analysiert hatte, von dem 10 000 Autos im Jahr verkauft werden sollten. Vorgänger Jürgen Hubbert wollte mit McLaren eine eigene Sportwagenmarke entwickeln und den Formel-1-Partner, an dem DaimlerChrysler bereits mit 40 Prozent beteiligt ist, möglicherweise später komplett übernehmen. Cordes lehnt eine Übernahme McLarens ab.

Der Mercedes-Benz-Chef will den Drang des Unternehmens, alle Nischen des Marktes mit eigenen Modellen zu besetzen, begrenzen. Vor Führungskräften sagte er: "Wir werden nicht noch wesentlich mehr Nischen besetzen als bislang geplant." Die Kosten will Cordes auch dadurch senken, dass die Techniker bei der Konstruktion von Nachfolgemodellen künftig "nicht alles neu entwickeln" sollen. Beim Nachfolger des Sportwagens SL beispielsweise, dessen Fahrwerk und Antrieb in der Branche gelobt werden, sollen sie wesentliche Teile des Vorgängers übernehmen. Cordes will zugleich aber auch expandieren, sofern es profitabel ist. Daimler- Chrysler, bislang zu 51 Prozent am Autotuner AMG beteiligt, hat deshalb für einen dreistelligen Millionenbetrag von Hans-Werner Aufrecht, einem der Firmengründer, die restlichen 49 Prozent übernommen.



© DER SPIEGEL 2/2005
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