AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 36/2005

Türkischstämmige CDU-Mitglieder stoßen parteiintern auf Widerstand


Die türkischstämmigen Mitglieder der CDU fühlen sich von der Parteispitze nicht ernst genommen. Mit ihrem Vorschlag einer eigenen Kampagne für die rund 700.000 eingebürgerten Türken stießen die Mitglieder des parteiinternen "Deutsch-Türkischen Forums" (DTF) auf Widerstand. "Dass wir inzwischen ein integraler Bestandteil der deutschen Gesellschaft sind, wird im Adenauer-Haus nicht zur Kenntnis genommen", kritisiert DTF-Sprecher Zafer Meşe.

Das Forum hatte unter anderem ein Konzept für türkischsprachige Web-Angebote auf der CDU-Homepage vorgelegt. CDU-Generalsekretär Volker Kauder fürchtet jedoch offenbar, damit traditionelle Unionswähler zu verschrecken. "Da kriege ich im Zweifel nur Diskussionen mit meiner Stammklientel" begründete Kauder intern sein Nein. Mit Sorge wiesen die christdemokratischen Türken auf ein Abendessen hin, bei dem Kanzler Gerhard Schröder kürzlich rund 25 türkischstämmige Unternehmer im Berliner Hotel Adlon umworben hatte. "Die CDU kann derzeit viel von der SPD lernen" so Meşe.



© DER SPIEGEL 36/2005
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