AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 10/2006

RTL lädt deutsche Popband von der "Echo"-Verleihung aus


Die Auseinandersetzungen um die Mohammed-Karikaturen und die daraus entstandene Debatte um die Grenzen von Kunst und Satire erreicht die Musik: So weigern sich führende TV- und Radiosender, die neue Single der Band Oomph! mit dem Titel "Gott ist ein Popstar" zu spielen. RTL etwa lud die Band, die vor eineinhalb Jahren einen Nummer-eins-Hit und ein Platin-Album errang, prompt von der Verleihung des wichtigsten deutschen Musikpreises "Echo", die am Wochenende in Berlin stattfindet, wieder aus: "Im Kontext der aktuellen, internationalen religiösen Diskussionen und im Lichte einer allgemeinen Verantwortung sehen wir eine Aufführung des Songs 'Gott ist ein Popstar' sehr skeptisch, ja als nicht zu verantworten", teilte der "Echo" übertragende Sender der Plattenfirma mit. Im Songtext heißt es unter anderem: "Ich geb euch Liebe, ich geb euch Hoffnung, doch nur zum Schein, denn die Massen wollen betrogen sein." Auch eine Reihe führender privater wie öffentlich- rechtlicher Radiosender wollen den Titel lieber nicht ins Programm nehmen. Beim WDR-Sender Eins Live etwa hält man den Song nicht mit den Programmgrundsätzen des Westdeutschen Rundfunks vereinbar, die unter anderem eine Verletzung von religiösen Gefühlen untersagen.



© DER SPIEGEL 10/2006
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