AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 10/2006

Bayer Leverkusen Finanzaffäre um Ex-Manager Calmund

Eine dubiose Zahlung über 580.000 Euro hat Reiner Calmund 2004 seinen Job als Manager bei Bayer Leverkusen gekostet. Noch ist unklar, bei wem das Geld landete. Doch nun interessieren sich Kripo und Staatsanwaltschaft für den Fall.


Calmund und ein Bayer-Mitarbeiter hatten im Juni 2003 drei Schecks über 50.000, 150.000 sowie 380.000 Euro ausgestellt und bei der Sparkasse Leverkusen eingelöst. Das Bargeld händigte Calmund anschließend dem Gütersloher Vermittler Graul aus. Erst zehn Monate später, am 22. April 2004, reichte Graul bei Bayer eine Rechnung über diese Summe für die "Vermittlung einer Kaufoption" an zwei Spielern aus Kroatien und Serbien ein.

Bei Bayer finden sich indes keine

Ex-Manager Calmund: Fragwürdige Zahlung
DPA

Ex-Manager Calmund: Fragwürdige Zahlung

Belege über
eine entsprechende Kaufoption. "Wir wissen nicht, wofür Graul das Geld erhalten hat", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser dem SPIEGEL. Wegen des Deals ermitteln inzwischen die Bielefelder Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei gegen mehrere Personen wegen des Verdachts des Betruges und der Untreue.

In diesem Zusammenhang geriet auch Calmund, gegen den bisher indes nicht offiziell ermittelt wird, in das Visier der Fahnder. Wer die Gelder letztlich erhalten hat, ist bis heute unbekannt. Bayer hat unterdessen gegenüber der Bielefelder Kriminalpolizei eingeräumt, dass die fragwürdige 580.000-Euro-Zahlung der Grund für die Trennung von Reiner Calmund war.

Auf Anfrage des SPIEGEL berief sich Calmund auf seine Verschwiegenheitspflicht gegenüber Bayer. Sobald diese aufgehoben sei, sei er bereit, "jegliche Sachverhaltsaufklärung zu unterstützen". Graul wollte sich zu dem Sachverhalt nicht äußern.



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