AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 9/2007

Wirtschaftsminister will Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger


Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will eine Arbeitspflicht für Hartz-IV-Empfänger einführen. Diese Maßnahme ist Bestandteil eines Kombilohn-Modells, das Glos in die Koalitionsarbeitsgruppe zum Niedriglohnsektor einspeisen will. "Das Ziel muss für jeden sein, sein Einkommen mit einem regulären Job am Markt zu verdienen", sagte Glos in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Wenn das Einkommen zum Leben nicht ausreiche, werde der Staat einen Zuschuss gewähren. Finde jemand keinen Job, bekomme er die Grundsicherung, müsse aber eine Gegenleistung dafür erbringen. Glos erhofft sich davon, dass niedrig bezahlte Tätigkeiten durch die Maßnahme wieder attraktiver werden. "Die Leute werden sich sagen: Wenn ich auch für das Arbeitslosengeld II etwas tun muss, dann kann ich auch gleich einen Job annehmen, selbst wenn der nur ein bisschen besser bezahlt ist." Es gehe darum, "die Leute zu aktivieren". Bislang gebe der Staat jedem Langzeitarbeitslosen ein Garantieeinkommen, für das er nichts zu tun brauche. "Damit setzen wir die falschen Anreize", sagte Glos dem SPIEGEL.



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