AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 15/2007

Dubioser Ticket-Deal vor der Handball-WM


Ein Millionengeschäft mit den Eintrittskarten der Weltmeisterschaft rückt das Präsidium des Deutschen Handballbundes (DHB) ins Zwielicht. Bis Mitte 2005 hatten sich die beiden größten deutschen Tickethändler, die Bremer CTS Eventim AG sowie die Hamburger Ticket Online Software GmbH, beim DHB um die Vermarktungsrechte der rund 320 000 WM-Karten bemüht. Ticket Online behauptet, dem Verband eine Offerte in Höhe von rund 450 000 Euro gemacht zu haben, Branchenführer CTS Eventim will ein Angebot im Wert von etwa 350000 Euro unterbreitet haben. Doch der Handballbund vergab die Ticketrechte an die Schweizer GDM AG, einen Zwischenhändler. Das Unternehmen zahlte nur 300000 Euro. Zwölf Tage nach dem Kauf vermakelte GDM die Kartenrechte weiter an die Schweizer Ticketcorner AG – für 1,5 Millionen Euro, zahlbar auf ein Konto bei der Coutts Bank von Ernst. Der Präsident der GDM, Uwe Zimmer, ist ein enger Freund des DHB-Vizepräsidenten Horst Bredemeier, der mit zuständig für die Vermarktung der Weltmeisterschaft war. An Gesprächen mit CTS Eventim und Ticket Online hatte Bredemeier teilgenommen. Er behauptet jedoch, beide Unternehmen hätten für die Rechte gar nichts zahlen wollen. In den Deal mit der GDM, die daran 1,2 Millionen Euro verdiente, sei er "nicht eingebunden" gewesen, so Bredemeier. Zimmer hat sich zu dem Vorgang nicht geäußert.



© DER SPIEGEL 15/2007
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