AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 9/2008

Baukonzern Strabag unter Druck in Finanzaffäre


In der Affäre um mutmaßliche Betrügereien und Schmiergeldzahlungen beim Autobahnbau in Sachsen gerät der Baukonzern Strabag unter Druck. Ein Ex-Geschäftspartner hat gegenüber der Staatsanwaltschaft Chemnitz gestanden, in Absprache mit einem Strabag-Manager beim Bau eines Autobahnteilstücks fiktive Rechnungen gestellt zu haben, um die Kosten für den Bau in die Höhe zu treiben. Ab dem 10. März wird sich der Unternehmer aus Hessen wegen Beihilfe zur Untreue vor dem Landgericht Chemnitz verantworten müssen. Die Ermittlungen gegen den ehemaligen Strabag-Manager sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Zudem prüfen Ermittler, inwieweit die Machenschaften der sächsischen Niederlassung von der Kölner Zentrale gedeckt wurden. Ein Strabag-Sprecher weist diese Vorwürfe zurück. Ein Indiz könnte ein Revisionsbericht für den Vorstand vom November 2001 liefern. Die sächsische Strabag hatte mit 48,1 Millionen Mark das günstigste Angebot abgegeben und den Zuschlag für das Bauprojekt in Sachsen bekommen. Die Konzern- Kontrolleure hatten aber damals bereits herausgefunden, dass dieser Preis schwer zu halten sei. Nach Fertigstellung des Projekts bekam der Konzern denn auch angebliche Mehrkosten über zehn Millionen Euro vom sächsischen Autobahnamt.



© DER SPIEGEL 9/2008
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