Der SPIEGEL

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12. Juli 2008, 10:30 Uhr

Siemens plant für Hunderte Mitarbeiter Gehaltskürzungen

Der Technologie-Konzern Siemens beabsichtigt im Rahmen seines drastischen Sparprogramms neben umfangreichen Stellenkürzungen in Deutschland auch Gehaltskürzungen für zahlreiche Mitarbeiter. So versucht das Management rund 390 Vertriebsmitarbeiter der so genannten European-Sales-Abteilung der Healthcare- Sparte am Standort in Erlangen in die Gehaltsgruppe der Niederlassungsmitarbeiter "Regionale Dienste" einzugruppieren. Für sie gilt nicht der Metall-Flächentarifvertrag, sondern ein Ergänzungstarifvertrag, der etwa zehn Prozent schlechter dotiert ist. Der Betriebsrat und stellvertretende Vertrauenskörper-Leiter der IG Metall, Heinrich Urban, weist diese Pläne als "eine Unverschämtheit" zurück. Überhaupt falle doch auf, so Urban, dass die Mitarbeiter für das bisherige Missmanagement bezahlen müssen. "Das Sparprogramm soll rund 1,2 Milliarden Euro bringen", so der Betriebsrat, "fast so viel, wie die Aufklärung der Korruptionsaffäre bislang gekostet hat."

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© DER SPIEGEL 29/2008
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