Mitgliederschwund bei der hessischen Linkspartei

Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Hessen hat die Partei Die Linke mit zahlreichen Austritten enttäuschter Mitglieder zu kämpfen. Der Linken-Ortsverband im nordhessischen Baunatal hat sich zum Jahreswechsel praktisch aufgelöst. Der Ortsvereinsvorsitzende Bernd Heinicke und sein Stellvertreter beklagen fehlende Basisdemokratie, Mobbing von Mitgliedern sowie "elitäre Kaderbildung" in ihrer Partei. Neben ihnen haben noch 29 weitere nordhessische Genossen zum 31. Dezember 2008 aus ähnlichen Gründen ihren Parteiaustritt erklärt. Weitere Mitglieder, darunter ein Landesvorstandsmitglied, planen diesen Schritt nach Informationen aus Parteikreisen für Mitte Januar. Bei den hessischen Linken schwelt seit Monaten ein Konflikt zwischen basisdemokratisch orientierten Mitgliedern und großen Teilen der Parteiführung sowie der Landtagsfraktion. Der Parteispitze wird vorgeworfen, politische Inhalte zugunsten von Eigeninteressen und Machtpolitik aufzugeben. Die Linken-Landesvorsitzende Ulrike Eifler, die im Gegensatz zur Mehrheit im Landesvorstand auf Seiten der Reformer steht, warnte kürzlich, die Erfolgsgeschichte der Linken werde "kurz" sein, wenn es nicht gelinge, die "organisationspolitischen Probleme" der Partei in den Griff zu bekommen.

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