Steinmeier bietet Obama Hilfe im Irak an

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat dem künftigen amerikanischen Präsidenten Barack Obama einen Katalog von Angeboten zur Zusammenarbeit in kritischen Bereichen der Außenpolitik vorgelegt. In einem offenen Brief an Obama, den der SPIEGEL abdruckt, verlangt er eine Reform der Nato, bekräftigt das Hilfsangebot bei einer Schließung von Guantanamo und bietet konkrete Hilfsmaßnahmen für den Aufbau des Irak an. Zu Irak schreibt Steinmeier: "Aus guten Gründen waren Sie wie ich vor sechs Jahren gegen den Krieg. Heute kommt es darauf an, gemeinsam nach vorn zu blicken." Steinmeier kündigt an, er werde den Irak "bald" besuchen, um vor Ort Möglichkeiten zur Hilfe "in den Bereichen der Gesundheitsversorgung und Ausbildung" auszuloten. Steinmeier begrüßt in dem Brief auch die geplante Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo und stellte europäische Hilfe bei der Unterbringung von Entlassenen in Aussicht. "Wenn Amerika auf andere zukommt, befürworte ich, dass die internationale Staatengemeinschaft und Europa die neue Administration bei dieser Aufgabe nicht im Stich lassen", schreibt er in dem Brief. Mit scharfen Worten kritisiert er den Zustand der Nato. Das Bündnis habe eine "ehrliche Aufgabendiskussion" zu lange vertagt. Jetzt brauche die Nato "neue Orientierung". Steinmeier fordert Obama auf, das Verhältnis zu Russland von Grund auf neu zu gestalten. Er solle auf das Angebot des russischen Präsidenten Medwedew für eine "erneuerte Sicherheitsarchitektur" in Europa eingehen.