AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 5/2009

Gesine Schwan beklagt mangelnde Unterstützung in der SPD für ihre Bundespräsidentschaftskandidatur


Gesine Schwan, die SPD-Kandidatin für das Bundespräsidentenamt, beklagt sich über mangelnden Rückhalt in der eigenen Partei. In einer internen Besprechung mit SPD-Bundestagsabgeordneten machte Schwan am vergangenen Dienstag nach Teilnehmerangaben deutlich, dass sie von der Parteiführung mehr Unterstützung und Solidarität für ihre Kandidatur erwarte. In den Planungen der Parteizentrale von SPD-Chef Franz Müntefering für das Superwahljahr spiele nach ihrem Eindruck die Bundespräsidentenwahl am 23. Mai bislang so gut wie keine Rolle. Wenn sie bei Veranstaltungen im Land unterwegs sei, erfahre sie viel Begeisterung und Zustimmung für ihre Kandidatur. Im Willy-Brandt-Haus in Berlin sei von dieser Begeisterung hingegen kaum etwas zu spüren. Schwan berichtete, dass sie dies auch Parteichef Müntefering in einem Gespräch gesagt habe. Der SPD-Chef habe ihr seinen Rückhalt zugesichert. In dieser Woche will Müntefering gemeinsam mit Schwan bei einer Buchvorstellung auftreten. Die Kandidatin sieht für sich auch weiterhin gute Chancen, bei der Abstimmung in der Bundesversammlung gegen Amtsinhaber Horst Köhler eine Mehrheit zu erreichen. Tatsächlich sind die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung äußerst knapp. Dort kommen CDU/CSU und FDP auf 606 Stimmen. Nötig ist in den ersten beiden Wahlgängen die absolute Mehrheit von 613 Stimmen. Dazu könnten Köhler die zehn Stimmen der Freien Wähler aus Bayern verhelfen. SPD, Grüne und Linke kommen zusammen auf bis zu 603 Stimmen. Mit der Unterstützung einiger Abweichler aus dem bürgerlichen Lager wäre am Ende auch noch eine Mehrheit für Schwan denkbar.



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