AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 15/2009

Vorsitzender der Hamburger Jüdischen Gemeinde ausgeschlossen


Der langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Hamburg und CDU-Bürgerschaftsabgeordnete, Andreas C. Wankum, ist aus der Gemeinde ausgeschlossen worden. Wegen "arglistiger Täuschung" über seine Religionszugehörigkeit erklärte der amtierende Gemeindevorstand Ruben Herzberg die Mitgliedschaft mit "sofortiger Wirkung" für beendet. Im Hamburger Staatsarchiv sind im Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubte Dokumente zu Wankums Familie aufgetaucht. Demnach gibt es keinen Hinweis darauf, dass Wankums "Zugehörigkeit zum Judentum nach dem jüdischen Religionsgesetz besteht". Ein Übertritt zum Judentum war von Wankum zuvor verneint worden. Der damalige Hamburger Landesrabbiner hatte Wankum, ehemals Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden, die Zugehörigkeit zur jüdischen Religion im Jahr 2000 auf der Grundlage dubioser Dokumente und Zeugenaussagen bestätigt. Wankum verweist für seine Religionszugehörigkeit weiterhin auf den Rabbiner.



© DER SPIEGEL 15/2009
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