AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 21/2009

SPD hofft auf weitere Überläufer aus der Linkspartei


Die SPD hofft auf weitere Überläufer aus der Partei Die Linke. Nachdem die Europapolitikerin Sylvia-Yvonne Kaufmann in der vorigen Woche die Seiten wechselte, könnten sich vor allem solche Linkspartei-Mitglieder zur Nachahmung ermutigen lassen, die sich bereits offen gegen den strammen Linkskurs ihres Vorsitzenden Oskar Lafontaine ausgesprochen haben. Dazu gehört unter anderen der frühere Leiter der Strategieabteilung der PDS, Thomas Falkner, der gute Drähte zur SPD in Brandenburg hält. Falkner, enger Vertrauter von Links-Chef Lothar Bisky, ist Mitarbeiter der Landtagsfraktion der Linken in Brandenburg. Auch Ralf Christoffers, Wirtschaftspolitiker der Linken in Brandenburg, steht auf der Wunschliste der SPD. Christoffers ist verärgert über unbezahlbare Forderungen im Wahlprogramm der Bundespartei. Katina Schubert ist der Wechsel zur SPD bereits nahegelegt worden. Sie war Linkspartei-Vize, kandidierte aber aus Frust über Lafontaines Kurs nicht noch einmal für das Amt. Sie will allerdings in der Linkspartei bleiben. Als Anlaufstelle für Wechselwillige gilt bei den Sozialdemokraten die frühere PDS-Politikerin Angela Marquard, die inzwischen im Stab von SPD-Vizin Andrea Nahles arbeitet. Nahles rät der Parteiführung intern dazu, möglichst geräuschlos nach Überläufern zu suchen. Allzu demonstrative Appelle oder Einladungen würden nur kontraproduktiv wirken, warnt sie.



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