AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 26/2009

Metro-Chef sieht Warenhausfusion als letzte Chance für Karstadt


Metro-Chef Eckhard Cordes sieht sich in der Übernahmeschlacht um den Warenhauskonzern Karstadt in einer "Position der Stärke": "Wir haben Zeit und werden eine Übernahme nicht um jeden Preis machen", sagte Cordes in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Zwar sei die von der Metro favorisierte Fusion von Karstadt und der Metro-Tochter Kaufhof zu einer Deutschen Warenhaus AG "ordnungspolitisch sinnvoll und vor allem für die Belegschaften ideal". Doch "je länger der Schwebezustand dauert" und womöglich noch Hedgefonds die abgestoßenen Anteile des Arcandor-Großaktionärs von Sal. Oppenheim übernähmen, "umso schwieriger wird es", betonte Cordes gegenüber dem SPIEGEL. "Wenn Karstadt erst mal anfängt zu erodieren, können wir keine Wiederbelebungsversuche mehr starten", denn dann würden "selbst wir uns nicht mehr zutrauen, das Geschäft noch zu drehen", mahnte der Metro-Chef. Cordes ist deshalb überzeugt, dass "die normative Kraft des Faktischen" zeigen werde, "dass unser Angebot die letzte Chance für eine große Lösung und damit auch zur Rettung der Mitarbeiter ist". Überrascht äußerte sich Cordes im SPIEGEL über die öffentlich geäußerte Ablehnung der Fusionspläne durch Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick und Sal. Oppenheim. Schon vor Wochen, so der Metro-Chef, hätten Eick und Vertreter der Bank "diese Idee mehrfach mit uns angesprochen", kurz nach Eicks Amtsantritt seien sogar bereits "erste Finanzdaten ausgetauscht" worden. Und "noch in der Nacht vor dem Insolvenzantrag" hätten Vertreter der Bank angerufen, "ob die Metro AG möglicherweise Arcandor finanziell aushelfen könnte", versicherte Cordes dem SPIEGEL.



© DER SPIEGEL 26/2009
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