AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 38/2009

Madeleine Schickedanz offenbar wohlhabender als vermutet


Die Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz, 65, steht finanziell offenbar deutlich besser da als bislang vermutet. In einem Interview mit "Bild am Sonntag" hatte die Großaktionärin des insolventen Handelskonzerns Arcandor im Juli beteuert, ihr Mann und sie selbst müssten "von 500 bis 600 Euro im Monat leben". Eine spektakuläre Immobilientransaktion nahe der Münchner Innenstadt lässt daran nun Zweifel aufkommen. Dort hatte die Nürnberger Firma ICN Immobilien Consult kürzlich im Auftrag wohlhabender Investoren für 25 Millionen Euro einen exklusiven Bürokomplex gekauft. Als Eigentümer des Unternehmens sind im Handelsregister jeweils zur Hälfte die beiden Familienstämme der Erben von Quelle-Gründer Gustav Schickedanz eingetragen, darunter auch seine Tochter Madeleine. Laut Internetauftritt erwirtschaftete die ICN im vergangenen Jahr Umsätze "im deutlich zweistelligen Millionen- Euro-Bereich" und sucht zurzeit Wohn- oder Geschäftshäuser, vorzugsweise in Berlin, Frankfurt am Main oder München, zu Kaufpreisen von bis zu 15 Millionen Euro als Anlageobjekte. Wie Geschäftsführer Markus Wesnitzer versichert, ist die ICN von der Arcandor-Insolvenz nicht betroffen und arbeitet mit Gewinn. Der dürfte anteilig auch Madeleine Schickedanz zustehen. Rund ein Dutzend der auf sie persönlich eingetragenen Immobilien hat sie dagegen nach eigenen Aussagen den Banken als Kreditsicherheiten verpfändet. Die Quelle-Erbin selbst und ein Sprecher ihrer Vermögensverwaltung wollten sich zu dem Vorgang nicht äußern.



© DER SPIEGEL 38/2009
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