AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 41/2009

Thüringens SPD-Basis will Rot-Schwarz stoppen


Bei den Thüringer Sozialdemokraten wächst der Unmut über die vom Landesvorstand angestrebte Große Koalition. Rund um den 36-jährigen Erfurter Oberbürgermeister Andreas Bausewein hat sich eine Initiativgruppe formiert, die den Durchmarsch nach rechts stoppen will. Geplant ist eine Basiskonferenz am kommenden Wochenende, die ein Stimmungsbild aus den Kreisverbänden liefern soll. Dort herrscht weitgehend Entsetzen darüber, dass die bei der Wahl im August heftig abgestrafte CDU in Thüringen mit Hilfe der SPD doch weiterregieren soll. Bausewein, der kurzfristig als möglicher Ministerpräsident eines rot-rot-grünen Bündnisses gehandelt wurde, spricht von einer "unwahrscheinlichen Enttäuschung" in den Ortsgruppen. Der ehemalige Thüringer SPD-Chef Richard Dewes nennt Parteichef Christoph Matschie offen einen "politischen Scharlatan" und bringt einen Mitgliederentscheid über die Koalitionsfrage ins Spiel. Dieser könne erzwungen werden, wenn 400 Thüringer Genossen dies fordern. Werde die Große Koalition abgelehnt, sei Matschie nicht länger zu halten. "Dann ist es Zeit für eine neue Formation, sicherlich mit Andreas Bausewein an der Spitze", so Dewes. Der Oberbürgermeister, der zur Wende erst 16 Jahre alt war, könnte dann neue Verhandlungen für ein Linksbündnis aufnehmen.



© DER SPIEGEL 41/2009
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