Saarländischer Grünen-Chef Ulrich stand in enger beruflicher Verbindung zu FDP-Mann Hartmut Ostermann

Zwischen den Verhandlungsführern der geplanten Jamaika-Koalition im Saarland gibt es offenbar nicht nur auf politischer, sondern auch auf beruflicher Ebene enge Verbindungen. So ist Grünen-Chef Hubert Ulrich als Marketingleiter für die IT-Beratungsfirma Think & Solve tätig, zu deren Gesellschaftern der Unternehmer und FDPKreisvorsitzende Hartmut Ostermann aus Saarbrücken zählt. Bei den Sondierungsgesprächen mit den Grünen saß neben FDP-Chef Christoph Hartmann und vier weiteren Landtagsabgeordneten der Liberalen wiederholt auch Ostermann als Vermittler am Tisch. Zu den Stammkunden der Informatikfirma, die Ulrich seit 2001 beschäftigt, zählen zwei große Unternehmen des weitverzweigten Ostermann-Imperiums: die Hotelkette Victor’s sowie die Pro Seniore-Unternehmensgruppe, die bundesweit mehr als 100 Altenheime mit rund 17000 Betten betreibt. Die Anschrift von Ulrichs Arbeitgeber ist zudem identisch mit dem Firmensitz der Pro Seniore Consulting und Conception für Senioreneinrichtungen – Aufsichtsratsvorsitzender der AG ist ebenfalls Hartmut Ostermann. Grünen-Chef Ulrich hatte während der heiklen Sondierungsphase mehrfach den ehemaligen Grünen-Mitgliedern und jetzigen Linken- Abgeordneten Barbara Spaniol und Ralf Georgi vorgeworfen, aufgrund privater und beruflicher Kontakte zu dem Ex-Grünen Andreas Pollak "fremdgesteuert" und daher koalitionsunfähig zu sein. Der schillernde Unternehmer Ostermann steht jedoch nicht nur mit dem Chef der Öko-Partei in Verbindung, sondern ist auch mit dem potentiellen Koalitionspartner CDU bestens verdrahtet. Der aktuelle Innenminister und wahrscheinliche CDU-Fraktionschef einer Jamaika-Koalition, Klaus Meiser, war von 2001 bis 2007 als Projektmanager für Ostermanns Firma Victor’s tätig. Er war zudem unter Präsident Ostermann jahrelang Vize des 1. FC Saarbrücken. Die Saar- Grünen müssen nun auf einem Parteitag Mitte November dem Vertrag einer Jamaika-Koalition zustimmen. Ulrich erklärte: "Meine berufliche Tätigkeit hatte zu keiner Zeit einen Einfluss auf meine politische Arbeit." Seit dem 1. Oktober sei er "ganz aus dem Unternehmen ausgeschieden".

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