Lafontaines Rückzug war lange zuvor geplant

Die Linke hat die Wähler offenbar zur Bundestagswahl getäuscht. Nach Informationen des SPIEGEL trat Oskar Lafontaine zwar als Spitzenkandidat seiner Partei an, plante aber bereits lange vor dem 27. September, die Führung der Bundestagsfraktion nach der Wahl abzugeben. Entsprechende Informationen bestätigte der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch: "Schon Anfang des Jahres gab es im engsten Führungskreis Diskussionen darüber, dass Oskar Lafontaine nach der Wahl nicht die Fraktion führen wird." Wähler und Anhänger erfuhren davon erst am 9. Oktober, als Lafontaine den Verzicht auf das Spitzenamt bekanntgab. Offenbar waren private Gründe mit ausschlaggebend für seinen Rückzug vom Fraktionsvorsitz.