Kulturstaatsminister Neumann kritisiert ARD-Pläne für kostenlose "Tagesschau"-App

Im Streit um die geplante kostenlose "Tagesschau"-App auf dem iPhone kritisiert Kulturstaatsminister Bernd Neumann die ARD. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte mit Gratisangeboten für das iPhone nicht unnötig neue Geschäftsmodelle der privaten Anbieter gefährden", sagte Neumann. In Zeiten, in denen private Medienhäuser zum Teil ums Überleben kämpften, müssten ARD und ZDF nicht alles machen, was wünschenswert wäre. "Das ist ein Stück weit auch unabhängig von der Frage, ob dies die entsprechenden Staatsverträge zulassen oder nicht, eine Frage der Vernunft und des Umgangs miteinander", erklärte Neumann weiter. Die Ankündigung der ARD, die "Tagesschau" künftig als Gratis-App anzubieten, hatte für Protest der Verlage gesorgt: Sie versuchen derzeit, mit Apps endlich Geld für ihre Inhalte im Internet zu bekommen. Der Axel-Springer-Verlag hat erst kürzlich seine kostenpflichtigen Apps für "Bild" und "Welt" gestartet. Es sei schon verwunderlich, so Neumann, dass die ARD "wenige Tage nach der Vorstellung dieses neuen Bezahlmodells durch die Verleger ankündigt, dieses gratis anzubieten". Auf diese Weise werde ein neuer Markt mit Gebührengeldern "auf problematische Art und Weise verzerrt".

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.