AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 3/2010

CSU-Fonds in Liechtenstein?


Im Prozess gegen den Lobbyisten Karlheinz Schreiber, der an diesem Montag vor dem Augsburger Landgericht beginnt, könnte der Angeklagte neue Enthüllungen liefern. Angeblich soll er über Kontobelege von einem CSU-Fonds in Liechtenstein verfügen, der nach Absprache mit dem früheren CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß und dessen Spendenverwalter Franz Josef Dannecker entstanden sein soll. Der Fonds soll im November 1994 umgerechnet 4,82 Millionen Mark enthalten haben. Die CSU und Max Strauß haben solche Berichte stets zurückgewiesen. Ermittler der Staatsanwaltschaft Bochum, die eine dubiose Stiftung bei der LGT Treuhand in Liechtenstein untersuchen, stießen auf eine weitere Spur Richtung CSU. Laut einer Zeugenaussage in einem Schweizer Betrugsprozess soll über diese Stiftung CSU-Geld transferiert worden sein. Der beschuldigte Geschäftsmann streitet das ab. Allerdings wurden bei der LGT Treuhand am 7. Februar 1996 sämtliche Unterlagen dieser Stiftung von einem Anwalt aus München abgeholt. Am gleichen Tag war in München bekannt geworden, dass neue Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft Augsburg im Fall Schreiber unmittelbar bevorstehen.



© DER SPIEGEL 3/2010
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