Spionagefähige Software an Hamburger Universitätsklinik eingesetzt
Im EDV-System des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) ist eine Software im Einsatz, die zu illegalen Zwecken missbraucht werden kann - beispielsweise um Ärzte und Angestellte auszuspionieren, ohne Spuren zu hinterlassen. Dies ist das Ergebnis einer Überprüfung, die Mitarbeiter des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit im Dezember im UKE durchgeführt haben. In ihrem Prüfbericht, der mit Datum vom 13. Januar an die Klinikleitung ging, monieren die Datenschützer, dass sich Systemadministratoren in jeden Arbeitsplatz-Computer des UKE-Netzwerkes ohne Erlaubnis der Betroffenen heimlich einklinken und auf alle dort vorhandenen Daten zugreifen können. Der Chef der Hamburger Datenschutzbehörde, Johannes Casper, hat deshalb die Klinikleitung aufgefordert, die Software bis zum 9. Februar den geltenden Datenschutzbestimmungen anzupassen oder - falls dies technisch nicht möglich ist - durch eine andere Software zu ersetzen. Auslöser der Prüfung war ein Vorfall während einer Führungskräfte-Tagung am 30. Oktober 2009. Klinikchef Jörg F. Debatin hatte dort aus einer Stellungnahme zitiert, die ein Arzt vertraulich für Mitglieder der Hamburger Bürgerschaft verfasst hatte. Das UKE ließ per Anwalt mitteilen, "die Belange des Datenschutzes" seien "umfassend berücksichtigt". Technische "Anpassungen einzelner Software-Komponenten" würden "in Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten ausnahmslos umgesetzt".