AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 6/2010

Westerwelle droht CSU: "Ich kann auch anders"


FDP-Chef Guido Westerwelle hat der CSU mit Konsequenzen gedroht, falls sie ihre Kritik an den Liberalen nicht mäßigt. "Ich habe eine Engelsgeduld. Aber ich kann auch anders", sagte Westerwelle dem SPIEGEL. Das hätten die Christsozialen bereits im bayerischen Landtagswahlkampf erleben können. "Seitdem haben sie die absolute Mehrheit verloren und regieren jetzt mit der FDP", so Westerwelle. "Daran sollte die CSU gelegentlich denken." Der Vizekanzler verlangte von den CSU-Politikern bessere Umgangsformen. Auch zwischen CDU und FDP gebe es immer wieder mal Meinungsunterschiede. Die würden wie unter Partnern üblich besprochen. "Die CSU sollte sich mehr an den fairen Umgangsformen ihrer Schwesterpartei CDU orientieren", sagte Westerwelle. "Das täte der Koalition sehr gut und vor allem Deutschland." Westerwelle betonte, er werde trotz sinkender Umfragewerte an seinem Kurs festhalten. "Ich möchte eine geistig-politische Wende in Deutschland schaffen", sagte er. Dass dieser Begriff an die Regierungszeit von Helmut Kohl erinnere, sei ein großes Kompliment. "Unser Politikwechsel wird Widerstand erzeugen, nicht zu knapp. Aber wenn wir den Kurs halten und Gegenwind aushalten, dann werden wir von den Bürgern belohnt werden", sagte der FDP-Chef. Seine schlechten Umfragewerte kümmerten ihn nicht, sagte Westerwelle: "Wenn ich nur populär hätte werden wollen, wäre ich Schlagersänger geworden."



© DER SPIEGEL 6/2010
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