AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 11/2010

Berliner Pokerturnier war nicht mit Glücksspielstaatsvertrag vereinbar


Das Pokerturnier, bei dem im Berliner Hotel Grand Hyatt am vorvergangenen Samstag vier maskierte Räuber 242000 Euro erbeuteten, war in anderen Bundesländern unerwünscht. So hatte die nordrhein-westfälische Aufsichtsbehörde eine Wiederholung des 2009 in Dortmund ausgetragenen Wettbewerbs verhindert. Auch in Niedersachsen lehnte das zuständige Innenministerium ein solches Turnier ab, weil es nicht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar sei. Hintergrund ist, dass die European Poker Tour vom Internetanbieter "Pokerstars" gesponsert wird, der in Deutschland illegale Glücksspiele betreibt. Ein Teil der Kandidaten hatte sich für das Berliner Turnier über illegale Spiele im Netz qualifizieren können. In der Hauptstadt wurde das Event mit einem Kniff ermöglicht: Grundsätzlich ist Pokerspiel mit hohen Einsätzen nur in zugelassenen Spielbanken mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen erlaubt. Die Spielbank Berlin wurde daher zum alleinigen Veranstalter und das Grand Hyatt zum "zeitweiligen Spielbankstandort" erklärt.



© DER SPIEGEL 11/2010
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