AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 11/2010

Walser greift Reich-Ranicki und Merkel an


In einem Gespräch mit dem SPIEGEL über seinen soeben erschienenen neuen Band mit Tagebüchern aus den Jahren 1974 bis 1978 beschreibt der Schriftsteller Martin Walser, 82, die Umstände, die zu seinem Zerwürfnis mit dem Kritiker Marcel Reich-Ranicki geführt haben. Reich-Ranicki hatte 1976 Walsers Buch "Jenseits der Liebe" als "belanglosen Roman" verrissen. Walser fühlte sich, so sagt er heute, aus dem Reich der Dichter ausgewiesen: "Solch eine Machtausübung, die einem so weh getan hat, erlischt nicht." Er habe den Kritiker damals ohrfeigen wollen. Walser greift in dem Gespräch auch die Außenpolitik von Kanzlerin Merkel an. Er ertrage nicht, "wie Deutschland in diesen Afghanistan-Krieg mit hineinstolpert". Walser weiter: "Es provoziert mich, dass dieses Land so dumm regiert wird. Es tut mir leid, aber Frau Merkel, die ich achten kann und sympathisch finde, kommt mir außen - politisch unreif vor."



© DER SPIEGEL 11/2010
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