AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 17/2010

Ost-West-Konflikt in der Linkspartei um Posten und Finanzen


Auf ihrem Parteitag Mitte Mai in Rostock droht der Partei Die Linke ein Ost-West-Konflikt um Posten und Finanzen. Neben dem Streit über die künftigen Doppelspitzen beim Vorsitz und der Geschäftsführung herrscht in den östlichen Landesverbänden auch Unmut über die Zahlungsmoral der Mitglieder im Westen. Laut einer internen Aufstellung zahlen die Mitglieder im Osten deutlich höhere Beiträge als die Genossen im Westen: Im Osten lag der Monatsschnitt 2008 bei 13,64 Euro, im Westen bei 5,59 Euro. Spitzenreiter ist der Landesverband Berlin mit rund 17 Euro, Schlusslicht der Heimatverband des Noch-Vorsitzenden Oskar Lafon taine: Aus dem Saarland fließen durchschnittlich nur 2,78 Euro pro Mitglied und Monat in die Parteikasse. Von den fast zehn Millionen Euro, die die 76.000 Mitglieder als Beitrag geleistet haben, kamen über acht Millionen aus den neuen Ländern. Fraktionschef Gregor Gysi fordert deshalb, "dass sich die Zahlungsmoral im Westen deutlich verbessern muss". Gleichzeitig warnt er vor einem zu großen Übergewicht an Vorstandsmitgliedern aus dem Westen in der künftigen Führung: Für die 44 Posten im erweiterten Vorstand, der auf dem Parteitag gewählt wird, hätten sich bisher nur acht Bewerber mit ostdeutschen Biografien beworben. "Das repräsentiert nicht die Verhältnisse in unserer Partei", warnt Gysi.



© DER SPIEGEL 17/2010
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