Drohbriefe erreichen Ursula Sarrazins Grundschule
Der Streit um die Berliner Lehrerin Ursula Sarrazin spitzt sich zu. An der Grundschule der Ehefrau von Thilo Sarrazin sind seit vergangener Woche mehrere Drohbriefe mit politischem Hintergrund eingegangen. Man wolle "mehr Sarrazins" und "weniger Türken" an der Schule, heißt es darin zum Beispiel. Auch der Schulleiter wurde bedroht, Beamte des Landeskriminalamts inspizierten bereits Schulcomputer. Die Schulaufsicht stellte Strafanzeige. Massive Vorwürfe gegen den Erziehungsstil von Ursula Sarrazin gibt es länger als bislang bekannt. So kam es im März 2009 zu einer Sammelbeschwerde von gut 50 Eltern. "Viele Kinder litten unter dem autoritären Lehrstil von Frau Sarrazin", sagt Ines Zimzinski, eine der Mütter, die das Schreiben bei der Schulaufsicht abgab. In der Beschwerde hieß es unter anderem, dass die Lehrerin "im Unterricht die Beherrschung verliert und die Kinder anschreit". Eltern eines japanisch-deutschen Jungen hatten sich außerdem beklagt, dass Sarrazin ihren Sohn wiederholt wie eine Automarke in "Suzuki" umtaufe. Dies geschehe "zum Teil unter dem Gelächter der Klassenkameraden, die ihn dann prompt auch so nennen". Bei einer Abschlussfeier hatte zudem eine 13-jährige Schulabgängerin Sarrazin im Sommer 2008 in ihrer Rede offen kritisiert. "Die Schule machte mir sehr viel Spaß, außer im Fach Deutsch, denn meine Lehrerin war sehr streng, und vor allen Dingen schrak ich manchmal zurück, wenn sie so laut schrie, dass ihr Kopf leicht rot anlief", sagte das Mädchen. Ursula Sarrazin weist die Vorwürfe gegenüber dem SPIEGEL zurück: "Ich schrei doch keine Kinder an." Sie werde "nach 30 Jahren im Schuldienst gemobbt, offenbar will man mich zum Halbjahreswechsel aus der Schule raus haben". Ihr Mann Thilo hatte ihre Schule in seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" zuvor als "schlechtes Reformbeispiel" kritisiert.