AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 12/2011

HSH Nordbank entschuldigt sich bei Ex-Manager wegen Kinderporno-Affäre


Die HSH Nordbank hat sich beim früheren Leiter ihrer New Yorker Filiale dafür entschuldigt, dass im Rahmen seiner Kündigung der Verdacht aufgekommen war, er habe mit Kinderpornografie zu tun. Nach monatelangen Verhandlungen gab die Bank damit eine Ehrenerklärung für Roland K. ab. K. war im September 2009 fristlos entlassen worden; am selben Tag hatte ein 13-köpfiges Team der Bank, dem auch der kürzlich gekündigte Chefjustitiar Wolfgang Gößmann angehörte, auf K.s Bürocomputer in New York E-Mails gefunden, die zu Kinderporno-Fotos geführt hatten. In der Ehrenerklärung heißt es nun: "Nach eingehender Prüfung der Umstände, die zur Entlassung des ehemaligen General Managers ihrer Filiale in New York geführt haben, kommt die HSH Nordbank zum Schluss, dass der damalige Niederlassungsleiter in keinerlei Verbindung zu jeglicher Kinderpornografie steht. Die Bank bedauert ausdrücklich die Situation und die persönlichen Unannehmlichkeiten, in die der ehemalige General Manager durch die diesbezügliche negative Publizität geraten ist." Roland K. zeigte sich im SPIEGEL-Interview erleichtert, "dass die Bank den Kinderporno-Vorwurf ausdrücklich dementiert und sich entschuldigt hat". Nach seiner Entlassung seien mehrere Bewerbungen bei anderen Firmen an den Meldungen über die Funde auf seinem Computer gescheitert. Zwar habe die Bezirksstaatsanwaltschaft von New York, die in dem Fall ermittelt, bereits im September seinem Anwalt schriftlich versichert, sein Mandant Roland K. sei "das Opfer illegaler Handlungen anderer Personen". Doch selbst dieses Schreiben habe die Zweifel potentieller Arbeitgeber nicht ausräumen können: "Beim Thema Kinderpornografie ist der Verdacht schon beinahe das Urteil. Die Leute haben gesagt, Roland wir glauben Ihnen – aber wir haben die Sorge, dass unsere Kunden da nicht so genau differenzieren." Mit der Ehrenerklärung der Bank habe er wieder Hoffnung auf eine berufliche Zukunft im Bankgewerbe, sagt Roland K.: "Und ich habe noch eine Hoffnung: dass diejenigen, die mir das angetan haben, überführt und bestraft werden. Dann erst ist es wirklich vorbei." Die Bank, ihr früherer Chefjustitiar Gößmann und die an der Suche in K.s Büro beteiligte Sicherheitsfirma Prevent bestreiten, K. kinderpornografisches Belastungsmaterial untergeschoben zu haben.



© DER SPIEGEL 12/2011
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