Rückkehr aus Bagram

Der von US-Spezialeinheiten in Afghanistan festgenommene, mutmaßliche Islamist aus Hamburg, Ahamad Sidiqi, 36, ist wieder in Deutschland. Er wurde Ende dieser Woche aus dem US-Militärgefängnis Bagram zu der deutschen US-Basis Ramstein ausgeflogen und anschließend der Bundesanwaltschaft überstellt. Dort soll er nun ausführlich vernommen werden, bevor er der Hamburger Justiz übergeben wird. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Sidiqi unter anderem wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung. Gegenüber den US-Vernehmern hat er bereits gestanden, an Kämpfen teilgenommen, den Top-Terroristen und Bin-Laden-Vertrauten Scheich Younis al-Mauretani getroffen und von ihm Aufträge erhalten zu haben. Auf seine Aussagen hin sollen mehrere Terrorwarnungen deutscher Sicherheitsbehörden zurückgehen. Sidiqi gehört zu der sogenannten "Reisegruppe", die sich im März 2009 von Hamburg aus auf den Weg ins Kampfgebiet nach Pakistan gemacht hatte. Drei aus der Gruppe wurden bereits auf der Anreise festgesetzt, einer wurde offenbar wegen Untauglichkeit zurückgeschickt. Zwei Männer starben bei einem Raketenangriff, zwei weitere, darunter Sidiqi, kamen in US-Gefangenschaft. Ein 57-jähriger Afghane, der als Vermittler gilt, war gleich nach seiner Ankunft in Pakistan untergetaucht. Damit sind alle Mitglieder der "Reisegruppe" mit ihrem Vorhaben gescheitert, in den Dschihad zu ziehen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte sich mehrmals bei seiner USAmtskollegin Hillary Clinton für die Rückkehr Sidiqis eingesetzt.

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