AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 24/2011

Atomausstieg gefährdet Klimaziele


Die deutschen CO2-Emissionen drohen durch den Atomausstieg und die zunehmende Nutzung von Kohle zu steigen. "Große Stromerzeuger setzen jetzt vor allem auf billigere Braunkohle, um Atomstrom zu ersetzen, weniger auf das effizientere, aber teurere Erdgas", sagte der Chef der Deutschen Energie-Agentur, Stephan Kohler, dem SPIEGEL. Kohle werde erst dann unwirtschaftlich, wenn sich der heutige CO2-Preis auf 35 Euro pro Tonne verdopple. Verschärft wird das Problem dadurch, dass es laut Deutscher Emissionshandelsstelle ab 2013 im europäischen Emissionshandel für deutsche Stromkonzerne zusätzliche Spielräume gibt. Dann existiere bei CO2-Zertifikaten "keine spezifisch deutsche Obergrenze" mehr. Die Bundesregierung will die deutschen CO2- Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 senken. Doch einer Studie des Umweltbundesamts zufolge sei mit den derzeitigen Maßnahmen "lediglich mit einer Emissionsminderung von 30 bis 33 Prozent zu rechnen". Die Klimaexpertin des WWF, Regine Günther, fordert deshalb eine Verschärfung der europäischen Klimaziele. Das Umweltbundesamt schlägt eine Reihe zusätzlicher Maßnahmen vor, auch im Verkehrssektor.



© DER SPIEGEL 24/2011
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