AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 29/2011

Im Streit um das geplante Sinti- und Roma-Denkmal in Berlin übernimmt der Bund die Zuständigkeit


Mitten im laufenden Wahlkampf um das Abgeordnetenhaus droht dem rot-roten Senat der Hauptstadt eine Blamage – das Ende der Zuständigkeit für den Bau des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma. Der beauftragte Künstler Dani Karavan lehne eine weitere Zusammenarbeit mit der "absolut unfähigen Verwaltung" ab, sagt sein Anwalt Peter Raue. Zwischen dem Israeli Karavan und den zuständigen Beamten gab es immer wieder Streitigkeiten. Der Künstler ist mit der Bauausführung der Gedenkstätte in unmittelbarer Nähe des Reichstags unzufrieden, sie entspreche in vielen Punkten nicht seinen Vorgaben. Die Verwaltung, so Raue, begleite das Vorhaben wie den Bau einer Brücke und nicht wie den eines Kunstwerks. Zur Rettung des Projekts werden nun Gespräche über die Übernahme des Baus durch den Bund geführt. Die verantwortliche Berliner Senatsbauverwaltung hat bereits die Bereitschaft zur Abgabe an den Bund erklärt. Allerdings fürchten die Fachleute eine weitere Verzögerung der Bautätigkeit und zusätzliche Kosten. Sogar ein Teilabriss des halbfertigen Denkmals wurde erwogen. Die Einweihung war eigentlich für 2010 geplant.



© DER SPIEGEL 29/2011
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