AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 42/2011

Präsident der Bundesnetzagentur Kurth (SPD) vor Ablösung


Matthias Kurth (SPD), Chef der Bundesnetzagentur, soll nach mehr als zehnjähriger Amtszeit abgelöst werden. Darauf haben sich führende Politiker der Regierungskoalition verständigt. Zwar gibt es an Kurths Amtsführung selbst aus Koalitionskreisen wenig Kritik. Grund für den überraschenden Schritt ist indes die Tatsache, dass die Union das einflussreiche Präsidentenamt mit einem eigenen Parteimitglied besetzen möchte. Entsprechende Forderungen waren lauter geworden, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt bei der Nominierung für den wichtigen Posten des Chefvolkswirts bei der Europäischen Zentralbank den SPD-Mann Jörg Asmussen ausgewählt hat. Da sich in der Union bisher kein wirklicher Experte für das schwierige Regulierungsamt finden ließ, soll CSU-Mann Johannes Singhammer auf der entscheidenden Sitzung des zuständigen Beirats in fünf Wochen ins Rennen geschickt werden. Singhammer war bereits mehrfach für einen der Spitzenposten in der Netzagentur im Gespräch. Dem Familien- und Sozialpolitiker wurde bisher jedoch nicht zugetraut, milliardenschwere Märkte wie Strom, Gas oder Telekommunikation zu überwachen.



© DER SPIEGEL 42/2011
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