AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 45/2011

Bundesregierung spart für Kernfusionsreaktor "Iter"


Die Bundesregierung will zahlreiche europäische Forschungsprojekte kürzen, um 1,3 Milliarden Euro Mehrkosten für den internationalen Kernfusionsreaktor Iter aufbringen zu können. Im Vorbericht des Bundes finanzministeriums für den EU-Wirtschafts- und Finanzrat am Freitag der kommenden Woche heißt es, die höheren Kosten sollten in erster Linie durch Umschichtungen innerhalb des Haushalts für Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden. Das bedeutet, dass Wissenschaftler anderer Forschungsgebiete mit erheblichen Kürzungen rechnen müssen. Der europäische Anteil der Kosten für den Bau des Fusionsreaktors im südfranzösischen Cadarache hat sich auf rund sieben Milliarden Euro erhöht. Bis Ende November wollen sich EU-Rat, Kommission und EU-Parlament über die Finanzierung einigen. Grundsätzlich in Frage stellen will die Bundesregierung das Iter-Projekt nicht. Strom könne zwar nicht vor 2050 produziert werden, doch der Anstieg des Energieverbrauchs mache es nötig, die Technologie zu erproben, heißt es im Forschungsministerium. Im Gegensatz zur Kernspaltung werden bei der Kernfusion Atomkerne verschmolzen. Das Verfahren soll neue Energiequellen erschließen.



© DER SPIEGEL 45/2011
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