WAZ-Verkauf: Testamentsvollstrecker will Ultimatum stellen

Der Verkauf des Essener WAZ-Verlags wird auf den letzten Metern zu einer Zitterpartie. Zwar hatte Peter Heinemann, der als Testamentsvollstrecker für die Erben der WAZ-Eignerfamilie Brost agiert, dem Verkauf von 50 Prozent an die Miteignerfamilie Grotkamp schon Ende Dezember zu gestimmt. Doch die Finanzierung des 500-Millionen-Euro-Geschäfts steht noch immer nicht. Heinemanns Geduld sei deshalb langsam erschöpft, heißt es im Konzern, eine weitere Hängepartie für den Verlag nicht akzeptabel. Sollte der Verkauf nicht bis Ende Januar zustande kommen, wolle der Testamentsvollstrecker ein Ultimatum stellen. Nach Ablauf einer Frist, die dem Vernehmen nach kaum mehr als zwei Wochen betragen dürfte, wäre der Deal geplatzt. Zwar sollen in dieser Woche die Kreditverhandlungen mit den Banken abgeschlossen werden, doch selbst dann, so heißt es in Essen, würden den Grotkamps noch rund 60 Millionen Euro fehlen. Einen Teil der Summe hoffen sie offenbar durch einen Kredit von Martin Brost, dem vermögenden Vater der drei jugendlichen Erben, zu erhalten. Doch auch Heinemann soll gebeten worden sein, einen Teil des Kaufpreises vorübergehend zu stunden – die Rede ist von 30 Millionen Euro. Offenbar ist der Testamentsvollstrecker dazu grundsätzlich bereit – allerdings nur gegen Zinsen und Sicherheiten.

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