Vier Hamburger Islamisten an Qaida-Terrorplan beteiligt


In die Planung terroristischer Kommandoaktionen, die im Herbst 2010 zu dramatischen Warnungen in Europa führten, waren vier Hamburger Islamisten involviert. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Der Deutschafghane Ahmad Sidiqi steht ab dem 19. März vor dem Koblenzer Oberlandesgericht, aus der 114-seitigen Anklageschrift gegen ihn geht hervor, dass sich vier Mitglieder der sogenannten "Hamburger Reisegruppe" in Pakistan auf Kommandoaktionen der Terrororganisation al-Qaida in Deutschland vorbereiteten.

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Heft 9/2012
Wer sind sie - und warum so viele?

Neben Sidiqi sollen Rami Makanesi, Shahab Dashti und Naamen Meziche zu denjenigen gehört haben, die in Waziristan an der Waffe trainierten. Im Auftrag des Mauretaniers Scheich Mohamad Younis, den sie als Außenminister von al-Qaida bezeichneten, sollten Meziche und Dashti zunächst in den Iran reisen, wo sich Dashti wegen eines Auftritts in einem Propagandavideo einer plastischen Gesichtsoperation unterziehen sollte. Ermittler haben die Qaida-Pläne detailliert rekonstruiert. Diese sahen demnach vor, die Männer zu einem späteren Zeitpunkt zu informieren, in welches europäische Land sie weiterreisen sollten, um für die Organisation Strukturen aufzubauen. Sidiqi und Makanesi waren für eine Zelle in Deutschland vorgesehen.

Derzeit wäre wohl nur Naamen Meziche in der Lage, den ursprünglichen Terrorplan weiter zu verfolgen. Sidiqi und Makanesi wurden verhaftet. Dashti starb bei einem USDrohnenangriff. Obwohl Osama Bin Laden tot ist und Scheich Younis al-Mauretani im vergangenen September in Pakistan festgenommen wurde, glauben Ermittler des Bundeskriminalamts, dass die Pläne der Terrorgruppe weiterhin aktuell sein könnten. Bei den Terrorwarnungen im Herbst 2010 schickte das Bundesinnenministerium bewaffnete Bundespolizisten auf Bahnhöfe und Flughäfen, der Reichstag wurde mit Absperrgittern eingezäunt.



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