Deutsche Bank holt Christian Ricken in erweiterten Vorstand


Als Durchmarsch der Investmentbanker lesen die Traditionalisten in der Deutschen Bank den Umbau der Führung unter Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Vergangene Woche war bekannt geworden, wie die Nachfolger Josef Ackermanns die Bankspitze besetzen wollen: Sie drängen Risikovorstand Hugo Bänziger und Personalchef Hermann- Josef Lamberti aus dem Vorstand und ziehen ihre Gefolgsleute nach. Die Führung wird weniger deutsch und stärker von Investmentbankern geprägt sein. Allein im Vorstand sitzen mit Stephan Leithner, Henry Ritchotte und Bill Broeksmit drei neue Investmentbanker mit ausländischem Pass. Doch im erweiterten Vorstand, der künftig 17 Manager umfassen soll, erhält auch die deutsche Fraktion Zulauf: Christian Ricken, 45, seit 1996 in der Bank, vertritt künftig neben Vorstandsmitglied Rainer Neske das Privatkundengeschäft. Ricken gilt als Neskes rechte Hand und soll vor allem die Integration der Postbank vorantreiben. Damit sind nur noch zwei Positionen in der erweiterten Führung offen. Als Kandidaten für das Asien-Geschäft gelten der Inder Ashok Aram und Boon-Chye Loh aus Singapur. Die Suche nach einem Amerika-Chef dürfte noch einige Wochen dauern. Der Ausstieg von Bänziger und Lamberti wird für die Bank wohl teuer werden: Intern ist jeweils von einer Abfindung im hohen einstelligen Millionenbereich die Rede. Beide haben noch Verträge bis 2014. Auf den Wechsel an der Spitze stellt sich die Bank unterdessen auch kulinarisch ein: In den Zwillingstürmen eröffnet demnächst ein vegetarisches Restaurant. Anshu Jain isst kein Fleisch.



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