Bundespräsident Joachim Gauck muss über Bundesverdienstkreuz für Beate Klarsfeld entscheiden


Bundespräsident Joachim Gauck bekommt einen heiklen Fall auf den Tisch - die Ordensangelegenheit Beate Klarsfeld. Er wird dazu gedrängt, seiner Gegenkandidatin und weltweit anerkannten Nazi-Jägerin das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Entsprechende Schreiben der Linkspartei und des Initiativkreises Deportationsausstellung Bielefeld sind im Bundespräsidialamt eingetroffen. Außerdem befürwortet auch das Land Berlin weiterhin den Vorschlag, Klarsfeld zu ehren. Gaucks Behörde versucht, den Vorgang auf dem Amtsweg zu erledigen. Sie bestreitet, dass Berlin für die Beurteilung der "Ordenswürdigkeit" zuständig sei. Nach Ansicht des Präsidialamts ist für die in Paris lebende Klarsfeld das Auswärtige Amt verantwortlich, das bereits mehrmals gegen die Auszeichnung votiert hat. Klarsfeld ist im Besitz eines deutschen Reisepasses. Außerdem hat sie einen Personalausweis vom Einwohneramt der Hauptstadt mit heimischer Adresse. Deshalb reklamiert Berlin die Prüfungskompetenz für sich. Eine Ehrung war schon etliche Male abgelehnt worden, offenbar weil Klarsfeld 1968 Kanzler Kurt Georg Kiesinger wegen dessen NSDAP-Mitgliedschaft geohrfeigt hatte. Aus dem Präsidialamt heißt es nun, Gauck werde sich persönlich eine Meinung bilden und "zu gegebener Zeit" entscheiden.



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