Bahn verklagt Tchibo wegen Kaffeekartell


Die Deutsche Bahn hat den Kaffee-Riesen Tchibo Ende Dezember vor dem Hamburger Landgericht auf Schadensersatz verklagt. Der Konzern wirft dem Kaffeeröster vor, das Unternehmen durch illegale Preisabsprachen um eine Millionensumme betrogen zu haben.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 4/2014
Die unterschätzte Volkskrankheit

Die Bahn zählt mit rund 250 Tonnen im Jahr zu den größten Kaffeeabnehmern im Land. Tchibo lieferte davon bislang knapp ein Viertel. Das Kartellamt hatte im Jahr 2010 acht Unternehmen, darunter Tchibo, Kraft-Foods, Darboven, Melitta und Lavazza, wegen illegaler Preisabsprachen im Bereich Großgastronomie zu Bußgeldern von 30 Millionen Euro verurteilt. Nur der Kronzeuge, die Münchner Rösterei Dallmayr, kam ohne Strafe davon. Kaffeemanager sollen demnach jahrelang die Preise in einem "Arbeitskreis" des Deutschen Kaffeeverbands in Hamburg koordiniert haben. Vier Kartellsünder belieferten die Bahn. Mit zwei Anbietern einigte sich der Konzern außergerichtlich, mit einem weiteren wird noch über Schadensersatzzahlungen verhandelt. Nur Tchibo stellte sich stur, bestritt zwischenzeitlich sogar, dass die Bahn geschädigt worden sei und dass es je ein Kartell gab. Gegenüber dem SPIEGEL sagte der Kaffeeröster, eine Klage der Deutschen Bahn liege ihnen nicht vor.



© DER SPIEGEL 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.